Unsere Ursprünge - unser Weg 10 - Die Botschaft Teil 2

Im Amtsblatt vom 1. Januar 1951 wurde der Rücktritt auf Seite 8 veröffentlicht. Die Konflikte im Apostelkollegium waren mit Kuhlens Demission jedoch nicht beendet und setzten sich fort. Es kam jedoch auf interessante Weise zu einer Stabilisierung der Stellung des Stammapostels.

Am 21. Mai 1951 fand wieder eine Apostelversammlung in Frankfurt zur Vorbereitung des 5. August statt. Zu dieser gab es wohl eine „3-Klassen-Einladung“, denn die „Apostel Güttinger sen. und jun., Schneider und Kamphuis (waren) überhaupt nicht eingeladen, […] die Apostel Knigge, Dehmel und ich nur für die Besprechung am Nachmittag gerufen [...], während die Apostel Schall, Volz, Ludwig, Weinmann, Schmidt, Hahn und Rockenfelder bereits am Vormittag Konferenz hatten.“

Am 14. Juli 1951 schickte der Stammapostel seinem Kollegium einen Entwurf mit abermals neuen Statuten, die wohl von seinem Sohn ausgearbeitet worden waren, und der Bitte diese kurzfristig, innerhalb einer Woche, durchzusehen und zu kommentieren. Eine Apostelversammlung am 6. August 1951 sollte darüber entscheiden. Einen Tag vorher wurden noch sieben neue Apostel ordiniert, darunter Friedrich Bischoff selbst und Chrétien Dauber, die alle am Folgetag stimmberechtigt waren. „Der Schweizer Apostel Schneider sen. äußert sich später: er mache sich Sorgen um die Entwicklung des Werkes Gottes, wenn er daran denke wie viele unreife Apostel in letzter Zeit eingesetzt werden.“ Aus dem „alten Apostelkollegium“ waren inzwischen fünf Apostel (Faassen, Ernst Güttinger, Lembke, Schneider sen. und Toplisek) in den Ruhestand getreten. Die Mehrheitsverhältnisse hatten sich also massiv zu Gunsten des Stammapostels und seines Sohnes verändert. Hatte bei der Nachfolgewahl und der Satzungsänderung im Vorjahr noch Einstimmigkeit unter den Aposteln geherrscht, so wurde jetzt nach demokratischen Mehrheiten entschieden. Und genau solche demokratischen Entscheidungen waren Apostel Kuhlen und anderen zum Vorwurf gemacht bzw. die Illegitimität der Entscheidungen von 1948 damit begründet worden.

Bei der Versammlung am 6. August 1951 wurden die neuen Statuten erwartungsgemäß angenommen und traten in Kraft. Ebenso wurden die neuen Glaubensartikel und die neue Version von „Fragen & Antworten“, die Friedrich Bischoff erarbeitet hatte, verabschiedet. Die Statuten des Apostelkollegiums waren gegenüber der gerade mal anderthalb Jahre alten Fassung vom 1. Januar 1950 ein Rückschritt zu Autorität und Führung der Kirche allein durch den Stammapostel. Wie die bisherigen Ausführungen dieser Arbeit allerdings deutlich machen, gab es ein solches exklusives Verständnis kodifiziert in der NAK gar nicht und hatte seine Ursprünge im „Führerprinzip“ der Nazi-Zeit und der diesbezüglichen kontinuierlichen Beeinflussung der Gläubigen durch die neuapostolische Presse seit den späten 1920er Jahren.

Am 18. Juni 1950 fand in einem Hotelzimmer in der niederländischen Stadt Eindhoven ein Gespräch zwischen dem Stammapostel und den Schweizer Aposteln Ernst und Otto Güttinger und Rudolf Schneider sen. statt. Hier erklärte J.G. Bischoff erstmals dass der Herr ihm eine Offenbarung gegeben habe, er werde nicht mehr sterben. In der Wächterstimme vom 15. Oktober 1950 wurde in einer Huldigung zum 20jährigen Jubiläum als Stammapostel der Artikel mit einem Vers aus Joh 21, 23 unterschrieben: „Dieser Jünger stirbt nicht“.

Ganz neu waren solche Aussagen nicht. Bereits in der “Wächterstimme” vom 1. November 1949 war ein Brief von Walter Schmidt abgedruckt worden, in dem es hieß: “Der himmlische Vater hat gewusst, wem er seinen Geist anvertrauen konnte. Er hat Vater Krebs den Anfang, Vater Niehaus den Fortgang und Ihnen die Vollendung seines Werkes anvertraut.”

Zeitnah erschienen in der neuapostolischen Presse Aussagen wie: „Für uns ist die Zeit gekommen, in der es gilt, den Verstand unten den Gehorsam des Glaubens gefangen zu legen.“ oder „Trennung vom Stammapostel ist Tod, Bleiben beim Stammapostel ist die Errettung.“

Es gibt mehrere Hinweise darauf, dass Stammapostel Bischoff mit zunehmendem Alter zu Sterben und Tod ein ambivalentes Verhältnis hatte. Aufgrund seiner Lebensgeschichte scheint das erklärbar. Auch aus diesem Grunde kann vielleicht erklärt werden, dass er sich – im Gegensatz zu seinem Vorgänger – auch nicht mit einer Nachfolgefrage auseinandersetzen wollte.

Als Stammapostel oblag ihm normalerweise das Abhalten von Trauerfeiern seiner engsten Mitarbeiter, der Apostel. Spätestens nachdem Apostel Kuhlen 1948 zu seinem Nachfolger und Helfer bestimmt worden war, übernahm dieser statt des inzwischen 77jährigen Stammapostels diese Aufgabe. Keine einzige Apostelbeerdigung wurde vom Stammapostel zwischen 1948 und 1956 gehalten.

In Ausarbeitungen über die Entstehung der Botschaft wird ausgeführt, dass in dieser Zeit eine gewisse „Sehnsucht“ und besondere Endzeitstimmung unter den neuapostolischen Mitgliedern geherrscht habe. Als endzeitliche Gemeinschaft und eschatologisch ausgerichtete Kirche ist diese grundsätzlich verständlich. Gerade in der Nachkriegszeit, nach überstandenem Krieg und im beginnenden Wirtschaftswunder und dem auch damit verbundenen Wiederaufbau der Gemeinden - wenn auch evtl. im Schatten des beginnen-den „Kalten Krieges“ - wirkt es jedoch nicht ganz verständlich. Außerdem wuchs die NAK in diesem Zeitraum stark. 1952 betrug die Mitgliederzahl in Deutschland 312.832 (73%) und weltweit 428.370 Personen. Sie erhöhte sich dann in einem Jahr auf 343.113 (74%) bzw. 464.225. Ob für dieses Wachstum die „Botschaft“ hauptverantwortlich war?

In einem Weihnachtsgottesdienst in Gießen 1951 verkündete der Stammapostel dann seine Botschaft offiziell den Gläubigen. „Erst mehrere Wochen nach der Verkündigung einer solchen Botschaft vor den Geschwistern […] wurde den Aposteln der stenographische Bericht über die in Gießen vom Stammapostel gemachten Ausführungen „als Drucksache“ ohne jedes Anschreiben und ohne irgendeine Anweisung, was damit zu geschehen habe, zugestellt.“ J.G. Bischoff hatte sich eine „illusionäre Welt“ aufgebaut und nahm andere mit hinein. Viele fühlten sich geehrt, [...]“

Ab 1951 wurde die „Botschaft“ zunehmend in den Gottesdiensten thematisiert, wenn sich J.G. Bischoff auch öfter nicht ganz sicher zu sein schien, denn mehrfach relativierte er seine „Gottesoffenbarung“ bzw. beschrieb sie unterschiedlich. „In den Bezirken wurden diese kategorischen Stammapostelaussagen zunächst mit einer gewissen Toleranz weitergegeben, zumal J.G. Bischoff am 13. April 1954 in einem Gottesdienst in Tübingen sagte, dass er jedem Einzelnen überlassen wolle, wie er sich dazu stelle.“ Von 1951 bis 1954 sind keine Quellen bekannt aus denen hervorginge, dass Kuhlen selbst gegen die Botschaft Einwände hatte. Er predigte die Endzeiterwartung in abgeschwächter Form (ohne die Zeitangabe „innerhalb der Lebenszeit des Stammapostels“) und verpflichtete niemanden in seinem Arbeitsbereich auf eine Verkündigung. Allerdings wandte er sich gegen die zunehmende Pflicht zur Verkündung und die, im Dezember 1954 anstehende, endgültige Dogmatisierung. Die Fronten zwischen den Botschaftsanhängern und den Skeptikern verhärteten sich immer mehr.

Die nahe Wiederkunft wurde sogar organisatorisch eingebettet, denn der bisher übliche jährliche Entschlafenengottesdienst im November wurde auf den 6. Juli 1952 vorverlegt.

Am 12. September 1954 fand in Stuttgart eine Apostelversammlung statt, an der 30 Apostel teilnahmen. Schriftführer war Apostel Dehmel. Die letzten beiden Punkte 8 und 9 der Tagesordnung ließen die Stimmung im Apostelkreis eskalieren. Es wurde über die Vornahme von Amtseinsetzungen und Versiegelungen gesprochen und dass für diese die Vorbedingung gemacht werden sollte, den Glauben an die Wiederkunft zu Lebzeiten des Stammapostels bezeugt zu haben. Die rheinländischen Apostel hatten sich verständigt, dieses auf keinen Fall mitzutragen und wurden während der Konferenz von den Aposteln Friedrich Bischoff, Hahn und Schmidt deswegen angegangen. Apostel Kuhlen sagte: „Der Glaube an die nahe Wiederkunft Christi ist bei uns so lebendig, wie überall im Werke, aber ich will und kann keinen Amtsbruder zwingen, die Botschaft zu verkündigen, […] weil dann die Gefahr besteht, dass Brüder aus Angst oder der Form nach oder aus Augendienerei solche predigen. Ich will aber auf keinen Fall Heuchler und Lügner hinter dem Altar sehen […].“ Damit wurde er endgültig für „die Mehrheit der inzwischen „botschaftsfixierten“ Mitapostel zum problematischen und häresieverdächtigen „Lehrabweichler“.“ Mit Blick auf die Bibel und weitere wichtige seelsorgerische Gründe hatten die drei Apostel gehofft, dass von der beabsichtigten „Dogmatisierung“ der Botschaft Abstand genommen wurde.

Nachdem insbesondere im Apostelbezirk Rheinland in den folgenden Wochen tumultartige Szenen der Botschaftsbefürworter in den Kirchen passiert waren, die u.a. mit Zutrittsverweigerung sogar für Apostel endeten und unzufriedene Amtsträger zur Betreuung an einen gebietsfremden Apostel, nämlich Walter Schmidt aus Westfalen, verwiesen worden waren, sahen die verantwortlichen Bezirksleiter des Rheinlandes keine andere Möglichkeit mehr, als sich mit einem Brief an den Stammapostel zu wenden.

„Bereits am 13. Dezember 1954 richtete Apostel Kuhlen einen Einschreibebrief an den Stammapostel. Darin bat er um Unterstützung, um die schwerwiegenden Unstimmigkeiten beseitigen zu helfen, die in einer Gemeinde durch Auseinandersetzungen um die Botschaft ausgelöst worden waren. Der Stammapostel schaffte keine Abhilfe.

Am 6. Januar 1955 wurde ein weiterer Brief von den Bezirksämtern des Rheinlandes verfasst und an den Stammapostel geschickt. In diesem wurde dem Stammapostel die Situation im Bezirk geschildert und Maßnahmen zu deren Abstellung gefordert (Übergriffe von Botschaftsanhängern auf Amtsbrüder, eigenmächtige Absage von Gottesdiensten, Beschimpfungen von Botschaftskritikern etc.). Er ist nachweislich geprägt von Brudersinn und der eindeutigen Ausrichtung, mit dem Stammapostel verbunden zu bleiben. Er „ist in einem ehrerbietigen Ton gegenüber dem Stammapostel verfasst und bekundet den Glauben an die nahe Wiederkunft Christi. Er soll helfen, doch noch Frieden zu schaffen und möglichst die „Dogmatisierung“ der Botschaft abzuschwächen.“

Ebenfalls am 6. Januar 1955 schrieb Priester Arenz aus Kerpen-Horrem an Apostel Kuhlen, dass er diesem nicht mehr folgen wolle. Einen Tag später bestätigte Apostel Kuhlen den Erhalt des Briefes von Priester Arenz und teilte ihm mit, dass dieser sich aufgrund des Briefes von seinen Aufgaben als Priester und Vorsteher selbst entbunden habe. Am 12. Januar 1955 schickte der Stammapostel den Brief der Bezirksleiter des Rheinlandes vom 6. Januar an die anderen Apostel zur Stellungnahme. Ebenfalls am 12. Januar 1955 schrieb Bezirksapostel Kuhlen einen offenen Brief an die Geschwister seines Bezirkes, der am 16. Januar in den Gemeinden verlesen werden sollte. Wiederum nur zwei Tage später, am 14. Januar 1955 wurde der Brief der Bezirksleiter dann an alle Amtsträger im Apostelbezirk Rheinland verteilt.

Am nächsten Tag, dem 15. Januar 1955, lud Apostel Walter Schmidt aus dem Apostelbezirk Westfalen die "unzufriedenen" Amtsträger des Apostelbezirks Rheinland zu einer Ämterversammlung nach Hagen ein. Dort setzte er auch den Priester Arenz aus Kerpen wieder in sein Amt ein. Ein einmaliger Fall in der Geschichte der Kirche, dass Apostel so offen im Arbeitsfeld eines Kollegen agierten.

Am 15. Januar 1955 abends erhielten Apostel Kuhlen und andere ein Telegramm des Stammapostels in dem vor der Verteilung/Verlesung der Briefe gewarnt wurde. Zu diesem Zeitpunkt sahen diese es jedoch als wahrscheinlich letzten möglichen Akt der Notwehr an und entschieden sich, diese am 16. Januar 1955 trotzdem verlesen und verteilen zu lassen, um den nichtsahnenden bzw. verunsicherten Geschwistern die Dinge zu erläutern.

Am 17. Januar 1955 schrieb dann ein Bruder Doepke aus Bonn-Duisdorf (=Apostelbezirk Rheinland) an viele Geschwister einen Brief, dass er telefonisch von Apostel Friedrich Bischoff und Bischof Weine erfahren hätte, dass die Apostel Kuhlen, Dehmel und Dunkmann ihrer Ämter enthoben seien. Dies entsprach zu diesem Zeitpunkt nicht den Tatsachen, liess bei den Betroffenen aber erkennen, dass eine Eskalation und weitere Schritte, eventuell ein Ausschluss, wie in anderen Regionen erlebt, bevorstanden.

Ebenfalls am 17. Januar 1955 erhielt Kuhlen einen Brief des Stammapostels vom 13. Januar in dem dieser ihn aufforderte, Priester Arenz wieder in sein Amt einzusetzen, was der bezirksfremde Apostel Schmidt allerdings bereits 2 Tage vorher erledigt hatte. Am nächsten Tag erhielten dann die Bezirksämter des Rheinlandes eine Einladung zur Apostelversammlung am 23. Januar 1955 in Frankfurt.

Innerhalb von nur drei Wochen war die Situation im Rheinland unrettbar eskaliert.

Am 23. Januar 1955 erfolgte in Frankfurt in einer kurzen Apostelversammlung der Ausschluss der Apostel Kuhlen, Dehmel und Dunkmann. Dies war genau 7 Tage nach der Veröffentlichung des Briefes.

Kuhlens „bibelkonforme Zurückhaltung wurde ihm von euphorisch faszinierten Botschaftsverfechtern als unzureichende „Stammapostelnachfolge“ ausgelegt. Denn mehr und mehr wurde in der neuapostolischen Kirche die vordergründige Botschaftsproklama-tion bedeutsamer als eine tiefgründige Evangeliumsverkündigung.

Weiterhin wird Kuhlen unterstellt, er habe primär aus menschlichem Geltungsbedürfnis und Ehrgeiz gehandelt. Dem widersprechen sämtliche Quellen und besonders die Tatsache, dass weder in der Apostolischen Gemeinschaft noch in der späteren Vereinigung Apostolischer Gemeinschaften (VAG) ein Stammapostelamt oder anderes Amt mit ähnlichen organisatorischen oder geistlichen Vollmachten geschaffen wurde. Vielmehr herrschte dort von Anfang an ein kollegiales Apostelamtsverständnis wie in der Neuapostolischen Kirche vor 1933 bzw. 1951.

Über die Hintergründe der Entstehung der Botschaft ist viel geschrieben und spekuliert worden. Das reicht vom Glauben einer tatsächlichen göttlichen Offenbarung bis zu einer puren Erfindung.

Die Apostel der Vereinigung Apostolischer Gemeinschaften (VAG) erklärten nach dem Informationsabend der NAK vom 4. Dezember 2007 am 1. Februar 2008 zu den Fragen und Problemstellungen zutreffend:

„Die „Botschaft“ ist mit dem Gesamtzeugnis der Heiligen Schrift unvereinbar. Sie kann deshalb nicht als göttliche Offenbarung gelten, sondern muss menschlichem Wunschdenken zugeordnet werden. Die Behauptung Johann Gottfried Bischoffs, der Herr habe ihn den Inhalt der „Botschaft“ wissen lassen, weisen wir deshalb als unwahr zurück.

Die „Botschaft“ war zu Unrecht zur Glaubenslehre erhoben worden und muss als Irrlehre bezeichnet werden. Der eingeforderte Glaube an diese „Botschaft“ war die Einforderung des Glaubens an eine Irrlehre.

Die Nichterfüllung der „Botschaft“ war vorauszusehen, denn Gottes Wort bleibt in Ewigkeit. Die Aussage der damaligen Kirchenleitung der Neuapostolischen Kirche zur Erklärung der Nichterfüllung der „Botschaft“, dass Gott seinen Willen geändert habe und nicht der Stammapostel sich geirrt haben könne, ist, wie die „Botschaft“ selbst, mit dem Gesamtzeugnis der Heiligen Schrift unvereinbar. Sie muss als hartnäckige Weigerung der Anerkennung göttlichen Willens angesehen werden. Wir weisen deshalb diese Aussage ebenfalls als unwahr zurück.

Auf welche Weise eine Kirche geleitet wird, muss vorrangig als theologische Frage angesehen werden. Innerkirchliche Leitungsstrukturen leiten sich aus der Glaubenslehre ab und müssen sich an ihr messen lassen. Alle juristischen Regelungen und internen organisatorischen Bestimmungen erwachsen aus dem grundsätzlichen Glaubensverständnis und sind diesem nachgeordnet.

Dass die Leitung der Neuapostolischen Kirche durch einen Stammapostel wahrgenommen wird, ist aus dem neuapostolischen Glaubensverständnis abgeleitet und nicht aus dem bürgerlichen Recht. Deshalb kann die aufgeworfene Frage nach der Leitung der Kirche nicht vorrangig als eine Strukturfrage verstanden, sondern muss deshalb als eine Glaubensfrage angesehen werden.

Eine Aufarbeitung der Geschichte muss sich diesen grundsätzlichen Fragen stellen. Die am 4. Dezember 2007 veröffentlichte Geschichtsdarstellung geht diesen Fragen nicht nach. Sie setzt die „Botschaft“ unkritisch als Wahrheit voraus. Sie beschreibt die Krise innerhalb der Kirchenleitung der Neuapostolischen Kirche als eine Strukturkrise und nicht als eine Glaubenskrise.“

Volker Wissen im November 2011
Literatur

Drave, Walter: Die Neuapostolische Kirche von 1938-1955, Entwicklungen und Probleme, November 2007
Keller, Manfred: Kirche und Wahrheit, o.O., 2008
König, Michael und Marschall, Jürgen: Apostel in der NSDAP, Feldafing 1993
König, Michael: Die Neuapostolische Kirche in der N.S.-Zeit, Feldafing 1993
Kuhlen, Peter: Aktenaufzeichnungen über die Gründe meines am 25. November 1950 erfolgten Rücktritts als Stammapostelhelfer und Nachfolger im Stammapostelamt
Kuhlen, Peter: Aufzeichnungen „Diverses hinsichtlich Einfluss Fritz Bischoff in der Leitung“, o.O., o.J.
Kuhlen, Peter: Einige Notizen über die am Sonntag, 12. September 1954 im kleinen Saal der Neuapostolischen Gemeinde Stuttgart, Einkornstr. 13 stattgehabten Apostelversammlung, an welcher 30 Apostel teilnahmen, o.O., o.J.
Kuhlen Peter: Ereignisse in der Neuapostolischen Kirche, die zur Gründung der Apostolischen Gemeinde geführt haben, Düsseldorf 1955
Vereinigung Apostolischer Gemeinschaften Europa: Erklärung der Apostel und Bischöfe vom 1. Februar 2008
Wächterstimme, Frankfurt, verschiedene Jahrgänge

Ausgabe