Unsere Ursprünge - unser Weg 7

Teil 7 - Christus im Fleisch

Im vorherigen Artikel wurde ausführlich über die Lehrveränderungen um die Jahrhundertwende 19./20. Jahrhundert und die beteiligten Personen geschrieben. Maßgeblich für Entwicklungen zu dieser Zeit in den „neuen apostolischen Gemeinden“ war die Lehre vom „Neuen Licht“.

Wir haben gesehen, dass Stammapostel Fritz Krebs wohl ein Anhänger dieser Lehre war, sie aber aufgrund einiger Widerstände in den Harzgemeinden und in den Niederlanden nur teilweise für die apostolischen Gemeinden zur verbindlichen Lehre machen konnte. In diesem Beitrag will ich mich intensiver mit den apostolischen Gemeinschaften befassen, die 1902, 1923 und 1947 in Deutschland und den Niederlanden durch Separation aufgrund dieser neuen Lehre entstanden sind. Es handelt sich dabei um die Gemeinschaften: Apostelamt Juda, Apostelamt Jesu Christi und die Apostolische Genootschap. Alle drei Gemeinschaften sind im Bewusstsein der Geschwister sowohl der NAK als auch VAG nicht vorhanden und nur sehr wenige dürften sich mit diesen Gruppen beschäftigt haben. Dabei haben allein das Apostelamt Jesu Christi und die Apostolische Genootschap jeweils bis zu 20.000 Mitglieder (Stand 1990 nach Obst, bzw. 2005 nach REMID) was mehr als das Dreifache der aktuellen Mitgliederzahl der europäischen VAG ist.

Apostelamt Juda

Zunächst sollten wir uns bewusst machen, dass die handelnden Personen dieser Zeit im Gegensatz zu den englischen Aposteln einfache Personen aus den unteren Volksschichten waren, die über keine theologische Bildung verfügten. Man verstand sich als königs- bzw. kaisertreu, konservativ und lehnte die aufkommende Sozialdemokratie ab. Im Buch „Alte und neue Wege“ von Salus von 1912 wird diese Tatsache als „heilsgeschichtlicher Fortschritt“ gewertet, der es den neuen Aposteln, ähnlich den Uraposteln, ermöglichte die „rechte Nahrung für die unteren Volksklassen zu finden, was den englischen Aposteln nicht möglich war“. Ein Vertreter von religiösem Individualismus und progressiven, sozialen, politischen Ideen war der Binnenschiffer Julius Fischer, der am 20. Juli 1867 geboren wurde. Er schloss sich mit 29 Jahren, also 1896, der neuapostolischen Gemeinde an. Er wurde im gleichen Jahr durch den „neuen“ Stammapostel Fritz Krebs versiegelt. Besonders in den Wintermonaten, wenn die Schifffahrt ruhte, widmete er sich der Mission und er fand wegen seiner großen Ausstrahlungskraft rasch Anhänger unter den Landarbeitern, Arbeitern und kleinen Handwerkern. Um mehr Zeit für die Gemeindearbeit zu haben, verkaufte er seinen Lastkahn und eröffnete in Zehdenick (nördlich von Berlin) ein Lebensmittelgeschäft mit Kohlenhandlung und Restaurant. Rund um diesen Ort entstanden schnell sechs Gemeinden. Fischer wurde daher von Stammapostel Krebs recht bald zum Bezirksältesten für inzwischen acht Gemeinden ernannt. Zu dieser Zeit war die Lehre vom „Neuen Licht“ gerade auf dem Höhepunkt ihres Einflusses angekommen. Die apostolische Lehre ruhte bisher auf zwei Säulen: dem Apostelamt und der Naherwartung der Wiederkunft Christi. Ganz im Sinne des „Neuen Lichts“ und als dessen konsequente Weiterentwicklung verband Julius Fischer das Amt und die Wiederkunftserwartung auf eigenartige Weise und in Abkehr zur traditionellen Lehre. Er behauptete, das Warten auf die leibliche Wiederkunft Christi führe in die Irre und Jesus Christus sei bereits im Fleisch der Apostel wiedergekommen. Im letzten Geschichtsbeitrag haben wir gesehen, dass diese Vorstellung durchaus in den apostolischen Gemeinden weiter verbreitet war, sich aber letztlich nicht so radikal durchsetzen konnte.

Er kam in Konflikt mit der Kirchenleitung, die sich offenbar wegen Widerständen nicht traute, diese Lehre verbindlich zu machen. Anfang 1902 wurde Fischer durch Friedrich Krebs exkommuniziert, aber eine ansehnliche Anzahl der ihm anvertrauten Gemeindemitglieder blieb ihm treu. Er hielt weiterhin Zusammenkünfte, der Gemeinde fehlte aber das wichtige Apostelamt. Doch wie so oft in der apostolischen Geschichte löste sich dieses Problem durch eine Rufung des Propheten Schröder im Gottesdienst am 2. Mai 1902. In einer Weissagung wurde der Älteste Fischer als „junger Löwe aus Juda“ bezeichnet, der die sieben Siegel brechen würde (Offb. 5, 5), was von den Anwesenden als Berufung zum Apostel verstanden wurde. Darüber hinaus sollen Fischer und einige Gläubige, die wie er die Gabe des Gesichts besaßen, gesehen haben, dass Christus als Lichtgestalt (ähnlich wie bei Paulus auf dem Weg nach Damaskus) ihm durch Auflegen seiner segnenden Händen den Heiligen Geist spendete.

Dieses außergewöhnliche Berufungserlebnis mit der göttlichen Segnung von Fischer zum „Apostel in Juda“, wird von der Gemeinschaft als göttliche Legitimation für die Gründung der Gemeinschaft „Apostelamt Juda“ angesehen. Der Name „Juda“ wird folgendermaßen erklärt: „Rückschauend zog sich der Name Juda wie ein roter Blutsfaden durch die Geschichte. Dem konnte auch Fischer sich nicht entziehen und er folgte der Erkenntnis, die ihm über das Geschlecht Juda geworden ist. Er sah die Geschlechter in den 12 Söhnen Jakobs und 12 Jüngern Christi und hielt die Zeit für gekommen, dass sie neu an der Seite von Juda zu segnen sind. Mit ihnen ist das 24-fache Apostelgeschlecht vollendet, das in der Offenbarung Johannes mit den 24 sitzenden Ältesten um den Stuhl Gottes bezeichnet wird. Hier muss jedoch deutlich gesagt werden: Juda ist nicht eines der 24 Geschlechter, sondern das Verheißene, vor dem sich die Kinder des Vaters neigen.“ Die Gemeinschaft wurde in Stämme analog zu den Söhnen Jakobs gegliedert. Fischer erklärte seinen Berufungstag, den 2. Mai 1902, zum Ausgangspunkt der Endzeit, zum Beginn einer neuen heilsgeschichtlichen Epoche. Alles was vor diesem Zeitpunkt lag, hatte nur vorbereitenden Charakter. Die von Christus verheißene Wiederkunft des „Trösters der Wahrheit“, als Geist Gottes, stellt durch den „Apostel in Juda“ den neuen Bund zwischen der Ewigkeit und Zeitlichkeit her. Wie Christus in seiner Zeit, so steht der „Apostel in Juda“ heute als Mittler, Erlöser und Heiland unter Menschen, die Hilfe und Trost suchen sowie der Gnade und Liebe Gottes bedürfen. Der Geist Gottes ist in seiner Fähigkeit und Kraft immer der gleiche geblieben, ob durch Christus oder durch Juda heute. Jesus Christus und der Sohn der Maria, Jesus von Nazareth, sind für Fischer nicht identisch. Er unterscheidet zwischen dem geistigen und dem leiblichen Jesus Christus. Der Geistige ist eine Erscheinungsform Gottes und nicht an den leiblichen Jesus gebunden. So haben die folgenden Worte von Christus auch für Juda heute die gleiche Gültigkeit: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich“(Joh.14,V.6). Diese Überhöhung des Apostels wird auch in weiteren Äußerungen der Gemeinschaft deutlich: „Apostel heißt auch Licht im und für den Menschen. Der Apostel ist Träger dieses Lichts. Dieses Licht ist Jesus Christus als heilbringendes Wort und heilbringende Tat.“ Sogar das Wort in 1. Timotheus Kap. 2, V. 5: “Es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Christus Jesus” wird seit dem Sendungstag 1902 auf den Menschen und jeweiligen Leiter „Apostel in Juda“ übertragen. Hier brach Fischer ebenso konsequent mit seiner neuapostolischen Vergangenheit wie mit den Grundprinzipien allgemein christlicher Kirchenlehre.

Im Jahr 1921 und 1922 ereigneten sich zwei Spaltungen. 1921 trennte sich Apostel Gustav Rothe und gründete eine eigene, allerdings nicht lebensfähige, Gemeinschaft, das „Apostelamt Johannes“. 1922 trennte sich Apostel Bruno Zielonkowski aus Liegnitz mit mehreren hundert Anhängern und gründete das „Apostelamt Jesu Christi“ (welches nicht identisch ist mit der von Hermann Krüger 1923 gegründeten Gemeinschaft, die heute diesen Namen trägt). Am 24. September 1922 segnete Fischer den Bischof im Stamm Stephanus, Adolf Tschach, zum Apostelbischof in Juda und somit zu seinem Nachfolger. Julius Fischer schrieb noch einen persönlichen Brief am 11. November 1922 an seine Apostel und wies nochmals darauf hin, dass Tschach, nach seinem Ableben, die Leitung der Gemeinschaft übernehmen solle. Fischers Entscheidung, Tschach zu seinem Nachfolger zu berufen, teilten nicht alle Apostel. Besonders Hermann Krüger, der deshalb 1923 das Apostelamt Juda verließ, führte seine ihm anvertraute Gemeinde unter dem Namen „Apostelamt Simeon in Juda“, später „Simeon in Jacobs Geschlecht“ und ab dem 20. Februar 1947 „Apostelamt Jesu Christi“, eigenständig fort. Am 2. März 1923 starb Julius Fischer. Die Leitung übernahm nun Adolf Tschach (1891-1981). In seinen letzten Lebenstagen bestimmte Fischer noch die Eintragung der Gemeinschaft in das Vereinsregister unter dem Namen: "Gemeinschaft des göttlichen Sozialismus - Apostelamt Juda. Mit dieser Eintragung sollte der Gegensatz, zwischen dem göttlichen und marxistischen Sozialismus, besonders hervorgehoben werden. Am 28. Januar 1924 wurde dieser Name gerichtlich bestätigt und in das Vereinsregister Berlin-Mitte unter der Geschäftsnummer: 167, V. R. 4116 eingetragen.

Adolf Tschach, der am 24. Juli 1891 in Zehdenick geboren und am 27. Oktober 1918 im Stamm Philippus versiegelt wurde, übernahm mit 31 Jahren die Leitung der Gemeinschaft. Am 2. Februar 1936 löste er das „Apostelamt Juda“ auf Druck der Nazis auf. Ab 1946 konnten dann wieder Gottesdienste gefeiert werden. Der von Fischer eingeschlagene Weg wurde von Tschach, der jegliche Neuerungen ablehnte, sowie später von Walter Burkert (1923-1987) und wird heute von Heinrich Matschenz ebenso zielstrebig und beharrlich fortgesetzt. Von ausschlaggebender Bedeutung bleibt hierbei die göttliche Berufung des „Apostels in Juda“ am 2. Mai 1902. Seitdem segnet er allein seinen Nachfolger, der dann zu gegebener Zeit zwangsläufig die Leitung der Gemeinschaft als „Apostel in Juda“ übernimmt. Als wichtigster Punkt bedeutet apostolisch leben, sich zu seinem Apostel zu bekennen und somit zu allen seinen ihm zugeordneten Ämtern (Dienern). Das bedeutet, der Lehre des Apostelamtes zu folgen, seinen Apostel als das sehen, was ihn ausmacht: allumfassende Geisteskraft, in der sich die Meisterschaft in Juda bündelt. Der Apostel gilt als frei von Machtausübung im menschlichen Sinn. Er ist allein davon beseelt, die Liebe Gottes den Gemeindegliedern nachzubringen. Wer den Apostel ablehnt, wird logischerweise nicht apostolisch im Apostelamt leben können. Nur dort, wo ein Apostel wirkt, kann sich apostolisches Leben gestalten. Auch für die Aufnahme in die Gemeinschaft der apostolisch Gläubigen in Juda ist der jeweilige Stammapostel zuständig. Das geschieht durch Handauflegung und das gesprochene heilige Wort. Man spricht hier von der „Versiegelung“. Der menschliche Geist wird „gereinigt“ und ersetzt durch den göttlichen heiligen Geist. Erst durch das Empfangen dieses Sakraments der Geistestaufe kann sich der Gläubige als „apostolisch in Juda“ bezeichnen.

Das Apostelamt Juda kennt folgende Ämter: Apostel, Prophet, Evangelist und Hirte als das vierfache Charakteramt, dann Bischof, Ältester, Priester, Diakon und Unterdiakon, dazu die weiblichen Hilfsämter: Diakonissin, Prophetin und Evangelistin. Fischer, als Apostel in Juda, und alle gesetzten Ämter strebten mit den neuen Voraussetzungen ein Gemeinschaftsleben entsprechend dem Urchristentum an. Die Gemeinschaft wuchs im wilhelminischen Preußen und 1907 wurden bereits weitere Apostel für die Betreuung der Gemeinden ordiniert, während Julius Fischer als Stammapostel bezeichnet wurde. Am 11. November 1911 erreichte man die Siebenzahl im Apostelkreis, am 18. August 1918 gab es bereits 20 Apostel.

Der Gottesdienst der Gemeinschaft vollzieht sich in bekannter apostolischer Weise: Nach dem Eingangslied folgt das Einleitungsgebet des Dienstleiters, Weissagung - sofern Träger dieser Gabe anwesend sind - dann ein weiteres Lied mit anschließender Predigt, wo nach Ermessen des Dienstleiters auch alle anderen Ämter zum Dienen gebeten werden können. Zum Schluss erfolgen alle anstehenden Segenshandlungen wie Versiegelung, Taufe, Konfirmation, Trauung, Abendmahlsfeier, Krankenhandlung sowie Geburtstags-, Mutter- und Reisesegen, auch Danksagung für zurückliegende Handlungen. Danach folgt das Abschlussgebet und ein Lied. Alle Tätigkeiten innerhalb der Gemeinschaft, offenbar auch die der Apostel, erfolgen ehrenamtlich und ohne Vergütung. Die Gemeinschaft gibt ein Zeitschrift heraus, die „Wahrheitskunde“ heißt und seit 1920 den Untertitel „Die Revolution auf seelischem Gebiete“ trägt.

Dem „Religionswissenschaftlicher Medien- und Informationsdienst e. V.“ REMID (http://www.remid.de/ remid_info_zahlen.htm) nach, hatte das Apostelamt Juda 1999 etwa 3.000 Mitglieder, heute dürfte die Zahl unter 2.000 liegen.

Apostelamt Jesu Christi

Nachfolgestreitigkeiten nach dem Tod Fischers vom „Apostelamt Juda“ 1923 resultierten in einer Spaltung. Auch Apostel Hermann Krüger erhob den Anspruch von „Vater Juda“ (=Julius Fischer) auf dem Totenbett direkt durch die Aufforderung: „Haltet euch an Apostel Simeon“ zur Nachfolge berufen worden zu sein. Auch er stammte aus Zehdenick, wo er am 20. Februar 1869 geboren wurde. Er war eine ausstrahlungskräftige, aber wohl eigenwillige Persönlichkeit. Mehrfach verliess er das Apostelamt, kehrte aber immer wieder zurück. Nach dem 1. Weltkrieg wurde er missionarisch aktiv und wurde von Fischer zum Priester und am 20. Februar 1921 zum Apostel des Stammes Simeon in Berlin berufen. Nach der Trennung 1923, die wie so oft quer durch die Familien ging, nannte er seine Gemeinde „Apostelamt Simeon in Juda“ und um etwa 1924 dann „Apostelamt Simeon in Jacobs Geschlecht“. Schon 1924 erschien ein eigenes Gesangbuch. Trotz eines großen Wachstum ordinierte er im Gegensatz zu Fischer keine weiteren Apostel, sondern blieb der einzige und somit unangefochtene Leiter seiner Gemeinschaft. 1930 erlitt Krüger einen Schlaganfall, was seine Möglichkeiten stark einschränkte. Er förderte den jungen Stammpropheten Albert Trubach und übertrug ihm wohl 1932 die Nachfolge. Am 3. Januar 1933 starb Krüger. Zu dieser Zeit hatte das „Apostelamt Simeon“ 21 Gemeinden in 2 Ältestenbezirken mit 1.800 Mitgliedern. Der neue Leiter Albert Trubach war jedoch kein Apostel und so kamen am 20. Februar 1933 800 Mitglieder der Gemeinschaft in Berlin zusammen. Dort wurde Trubach zum Apostel Naphtali berufen. Seither ist der 20. Februar der höchste Feiertag des Apostelamtes. Trubach war zum Zeitpunkt seiner Rufung 32 Jahre alt, also im gleichen Alter wie etwa zehn Jahre zuvor Adolf Tschach im „Apostelamt Juda“. Auch er entstammte einer Binnenschifferfamilie. 1901 wurde er noch vom Stammapostel Krebs versiegelt, bevor sich die Familie 1902 der Gemeinde Fischers anschloss. Sein Amtsantritt in der Nachfolge Krügers fiel praktisch mit der nationalsozialistischen Machtergreifung zusammen. Obwohl die Gemeinschaft immer strenger überwacht wurde, konnten bis 1934 noch 15 Gemeinden mit weiteren 1.580 Mitgliedern gegründet werden. Am 5. November 1934 wurde die Gemeinschaft wegen „marxistischer Umtriebe“ von den Nationalsozialistsen verboten; zu diesem Zeitpunkt gab es bereits 44 Gemeinden und 26 Aufbaugemeinden mit 3.500 Mitgliedern. Am 30. Januar 1936 wurde Trubach verhaftet, später aber wieder freigelassen. Er musste allerdings bis August 1944 – wie viele seiner Anhänger - Schikanen, Arbeitsplatzverlust und wirtschaftliche Not hinnehmen. Am 30. März 1946 wurde die Gemeinschaft durch die sowjetischen Militärbehörden wieder als Religionsgemeinschaft zugelassen. Am 20. Februar 1947 wurde er zum Stammapostel Jesu Christi berufen und die Gemeinschaft änderte den Namen nun in „Apostelamt Jesu Christi“. Obwohl sich Trubach immer als Erbe und Vollender des Werkes von Julius Fischer und Hermann Krüger sah, griff er verstärkt christlich-biblisches Gedankengut auf. Die Bibel war für ihn, im Gegensatz zu Fischer, der das Apostelwort als Lehrgrundlage verstand, die wichtigste Lehrautorität. Außerdem erkannte er das Apostolische Glaubensbekenntnis an. Der Konfirmandenunterricht wurde mit Martin Luthers Kleinem Katechismus durchgeführt. Somit ergaben sich zum „Apostelamt Juda“ erhebliche lehrmäßige Unterschiede. In der DDR wuchs die Gemeinschaft weiter und wurde nach der NAK zur zweitgrößten apostolischen Gruppe. 1979 stellte man aufgrund der Rückbesinnung auf allgemeinchristliches Lehrgut den Antrag auf Aufnahme in die „Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in der DDR“, dem 1981 mit dem Gaststatus entsprochen wurde. Am 5. Juli 1980 trat Albert Trubach aus Altersgründen in den Ruhestand. Man verzichtet nun auf das Stammapostelamt und kehrte zum Kollegialitätsprinzip unter den Aposteln zurück. Am 14. September 1980 starb Trubach in Berlin.

Durch den Mauerbau ergaben sich in West- und Ostdeutschland unterschiedliche Entwicklungen, die bis zur Trennung des West- und Ost-Apostelamt Jesu Christi führten. Heute bestehen unter dem Namen „Apostelamt Jesu Christi“ drei Gemeinschaften mit drei verschiedenen Rechtsformen:
- Apostelamt Jesu Christi Körperschaft des öffentlichen Rechts (AJC K.d.ö.R.) mit Sitz des Kirchenhauptamts in Cottbus mit 82 Gemeinden,,
- Apostelamt Jesu Christi Kirche als Körperschaft des privaten Rechts e. V. (AJC e.V.) mit Sitz in Berlin mit 20 Gemeinden,
- Gemeinschaft der Apostel Jesu Christi e.V. (GdAJC), eine Abspaltung des AJC e.V. aus dem Jahr 1986 mit aktuell sechs Gemeinden.

Das AJC e.V. und die GdAJC e.V. arbeiten seit längerem intensiv zusammen und streben eine Vereinigung an. Sie betreiben auch bereits eine gemeinsame Homepage.
Im Mai 2005 war die angestrebte Vereinigung aller drei Gemeinschaften zunächst gescheitert. Das AJC K.d.ö.R. hatte einen neuen leitenden Apostel berufen. Dieser strebte, zusammen mit zwei weiteren Aposteln seiner Gemeinschaft, eine "Umbenennung" in Altapostolische Kirche Deutschland und eine Verschmelzung mit der Old Apostolic Church of South Africa, die von Apostel Klibbe um 1913 gegründet worden war, an. Dies scheiterte jedoch daran, dass viele Mitglieder und Ämter des AJC K.d.ö.R. dieser Änderung nicht folgten. Die drei Apostel traten aus uns gründeten die „Altapostolische Kirche“ als deutschen Zweig der „Old Apostolic Church“, die im südlichen Afrika über drei Millionen Mitglieder zählen soll.
Seit 2006 wird der Gedanke „des Zusammenwachsens“ aller apostolischen Gemeinschaften und Kirchen des Apostelamtes Jesu Christi umgesetzt. Zur Zeit findet ein gegenseitiger Austausch statt, gemeinsame Glaubensaussagen werden bearbeitet und eine gemeinsame Gottesdienstliturgie wird bereits praktiziert.
Das oberste Gremium aller drei AJC-Bereiche ist die „Erweiterte Apostelkonferenz“, in denen entscheidende Beschlüsse zur Vereinigung getroffen werden. Zum 1. Januar 2010 wurde die „Erweiterte Apostelkonferenz“ durch eine „Apostelkonferenz“ mit einem auf drei Jahre berufenen „Leiter der Apostelkonferenz“ mit neuem Aufgabengebiet eingeführt.
Das Glaubensverständnis aller hier aufgeführten Kirchen basiert auf dem auferstandenen und wieder gekommenen Christus im Fleisch (präsentische Eschatologie).
Das Apostelamt Jesu Christi verkündet die bereits vollzogene Wiederkunft Jesu Christi. Christus ist wiedergekommen, seine Art und sein Tun und Handeln sollen in den Menschen offenbar werden. In jedem Menschen soll das Wesen Christi zur Geburt kommen (vgl. Gal,2,20). Die Menschen brauchen so kein neuerliches Kommen Christi zu erwarten, Christus möchte durch die Menschen wirken und schaffen. Der Heilige Geist, den Jesus von Gott erhalten hatte, spendete er zu Pfingsten seinen Jüngern (vgl. Joh,14,26; Joh,15,26). Es ist ein Geschenk Gottes. Wer allen Glauben an Gott hat, wird den Heiligen Geist besitzen, dieser wirkt auch in den Gläubigen des Apostelamtes Jesu Christi, und nicht nur allein in den Aposteln und gesalbten Ämtern; so vollzieht sich die Auferstehung Jesu im Menschen.
In Lehre und Praxis stützt sich das Apostelamt Jesu Christi auf die Bibel. Verwendet wird die Lutherbibel in der Fassung von 1912.
Die Versiegelung nimmt wie in vielen anderen apostolischen Gemeinschaften, so auch im Apostelamt Jesu Christi eine zentrale Rolle ein. Das Apostelamt Jesu Christi kennt drei Sakramente: Taufe (mit Wasser), Versiegelung (Taufe mit dem Heiligen Geist) und Abendmahl.
Die Gastmitgliedschaft in der „Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der DDR“ ging nach der deutschen Wiedervereinigung auf die „Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen“ über. Somit ist das Apostelamt Jesu Christi K.d.ö.R. die bisher einzige apostolische Gemeinschaft, die auf Bundesebene als Gastmitglied in der ACK mitarbeitet.
Das Apostelamt Jesu Christi (e.V. und K.d.ö.R.) ist Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft der Kirchen und Religionsgesellschaften in Berlin (ARK), worüber den Gemeinschaften auch Radiosendungen, wie dem Wort zum Tage auf DeutschlandRadio Berlin, ermöglicht werden.
Die Kirchenzeitschrift für das „Apostelamt Jesu Christi e. V.“ trägt den Namen „Baum des Lebens“ und ist ein öffentliches Blatt. Das „Apostelamt Jesu Christi K.d.ö.R.“ gibt ein „Mitteilungsblatt“ heraus. Die Schriftenreihe „Du und Dein Glaube“ behandelt Themen des Glaubenslebens, sowie zur Geschichte des Christentums und des Apostelamtes Jesu Christi.

Het Apostolisch Genootschap (HAG)

Als dritte Gemeinschaft, die sehr stark vom „Neuen Licht“ geprägt ist, möchte ich die niederländische „Het Apostolisch Genootschap“ vorstellen. Diese ist im Gegensatz zu den oben dargestellten ostdeutschen Gemeinschaften sowohl zeitlich als auch örtlich in einem anderen Kontext entstanden. Im Geschichtsbeitrag Nr. 5 ging es um die apostolischen Anfänge in den Niederlanden. Dort haben wir erfahren, dass nach dem Tode von Apostel Friedrich Wilhelm Schwarz 1895 Apostel Friedrich Krebs als Verwalter angenommen wurde, der den Stammbischof Hermann Niehaus wegen seiner Niederländischkenntnisse nach Holland schickte, um dort für die Lehre vom „Neuen Licht“ zu werben. Es kam zur Krise und 1897 zur Trennung in die „Hersteld Apostolische Zendingkerk“ (HAZK) unter Apostel van Bemmel und den neuapostolischen Zweig, der als „Hersteld Apostolische Zendinggemeente in de Eenheid der Apostelen“ (HAZEA) firmierte. Der niederländische Stammbischof Jacob Kofman wurde am 12. Juni 1898 Apostel dieser Gemeinden. Ab 1906 wurde er aufgrund von Krankheit zunehmend amtsunfähig und, der ein Jahr vorher zum Stammapostel ordinierte, Hermann Niehaus berief am 23. Juni 1910 eine Ämterversammlung ein, wo er den Amsterdamer Bezirksältesten Johannes Hendrik van Oosbree zum neuen Apostel, der mittlerweile 7.400 Mitglieder zählenden niederländischen Gruppe, machte. Kofman starb am 16. Juni 1911 in Enkhuizen.

Van Oosbree hatte klare Vorstellungen darüber, was innerhalb der HAZEA beibehalten und was geändert werden sollte. Woher diese Vorstellungen im Einzelnen stammten ist unbekannt, sie waren jedoch stark von der Lehre des „Neuen Lichts“ geprägt. Die wichtigste Schrift der HAZEA, „Van Licht tot Licht“ von 1933 listet einige Neuerungen auf: Änderung des Abendmahlsverständnisses, Glaubensopfer, Bezahlung der Mitgliederzeitschrift, Taufe, Versiegelung und Konfirmation. Die deutlichsten Änderungen wurden beim Abendmahl vorgenommen, dass nun „Gemeinschaftliches Versöhnungsmahl“ genannt wurde. Inhaltlich lag nun die Macht der Sündenvergebung nicht mehr bei Christus, sondern bei dem kommunizierenden Mitglied selbst. Die Änderungen wurden nicht von allen vorbehaltlos angenommen. Der schärfste Gegner war der Schwiegersohn van Oosbrees, der Enkhuizener Evangelist, Hendrikus Jacobus Smit, was 1925 zu seinem Austritt und zur Gründung der „Hersteld Evangelisch Apostolische Gemeente“ führte, die sich dann später mit dem deutschen „Reformiert-apostolischen Gemeindebund“ von Apostel Brückner vereinigte und in den fünfziger Jahren des 20. Jhr. eine der Keimzellen der heutigen Gemeinden der VAG in den Niederlanden darstellte.

Das Verhältnis von van Oosbree und Stammapostel Niehaus galt als ausgezeichnet und Niehaus hatte bei seinem Amtsantritt versprochen, die Krebsche Lehre des „Neuen Lichts“ weiter zu führen. Er stand auch den Änderungen van Oosbrees in den Niederlanden sehr positiv gegenüber, konnte sie aber nicht für Deutschland übernehmen. Die anderen deutschen Apostel sahen van Oosbree eher kritisch. Obwohl Niehaus 1920 den Frankfurter Apostel Johann Gottfried Bischoff zum Stammapostelhelfer ordinierte, scheint er auch van Oosbree für seine Nachfolge in Betracht gezogen zu haben. Vor J.G. Bischoff war dazu schon der sächsische Apostel Carl August Brückner im Gespräch gewesen. Van Oosbree muss jedoch bezüglich der Nachfolge abgewunken und einen Deutschen vorgeschlagen haben. Daraufhin wurde Bischoff 1924 zum offiziellen Nachfolger bestimmt, 1932 übernahm er die Leitung der neuapostolischen Gemeinden.

Die Gemeinden in den Niederlanden wuchsen außerordentlich schnell und gut. 1930 zählte man 22.600 Mitglieder in 100 Gemeinden, 1933 schon mehr als 25.000 Mitglieder in 106 Gemeinden. Dieser äußerliche Erfolg wurde allein van Oosbree zugeschrieben, dessen Verbindung zu den Mitgliedern immer enger wurde, während die Bindungen an die deutsche Kirchenführung immer mehr nachließen. Im HAZEA-Gesangbuch von 1933 wird Apostel van Oosbree in der Hälfte der Lieder besungen und an seinem Geburtstag gratulierten sich die Mitglieder gegenseitig. Der lehrmäßige Kurs der HAZEA und der NAK entfernte sich immer weiter von einander, da Stammapostel Bischoff durch gezielte Neuordinationen gegenüber seinen Vorgängern christlich-orthodoxere Bahnen einschlug. 1939 kam es zu einem Affront Bischoffs, der van Oosbree mit Jan Jochems einen weiteren Apostel für die Niederlande zur Seite stellte. Auch wurden die finanziellen Vollmachten van Oosbrees eingeschränkt. Obwohl van Oosbree später bestritt, dass Jochems mit seiner Zustimmung als Helfer und Nachfolger ordiniert wurde, stützen die Gottesdienstprotokolle vom 15. Januar 1939 mit Stammapostel Bischoff und Apostel Peter Kuhlen diese Auffassung.

Die nationalsozialistische Entwicklung Deutschlands wurde von Stammapostel Bischoff eher positiv gewertet, nicht jedoch von den Niederländern. Durch den Krieg kam es zu einer weiteren Entfremdung. In den Niederlanden selbst war das Verhältnis der Apostel van Oosbree und Jochems zu einander schlecht und unmittelbar nach Kriegsende, am 18. Mai 1945, erklärte van Oosbree seinem Apostelkollegen aus dem Auto heraus vor Jochems Haus, dass er selbständig ohne Führung des Stammapostels weiterarbeiten würde. Einen Tag später schrieb Jochems auf einer Postkarte an van Oosbree, dass er ihm nicht mehr folgen würde, wenn van Oosbree seinerseits dem Stammapostel nicht mehr folge, weil dadurch die Aposteleinheit fehle.

Es kam nun zu einer merkwürdigen Situation. Jochems nahm Kontakt zum südafrikanischen Stammapostelhelfer Schlaphoff auf, der wiederum den schweizer Apostel Ernst Güttinger über die Geschehnisse informierte. Ein direkter Informationsfluss von den Niederlanden nach Deutschland war zu dieser Zeit noch nicht möglich. Güttinger wird sicherlich den Stammapostel unterrichtet haben. Dennoch schien der Stammapostel noch fast ein Jahr später die Trennung van Oosbrees zu ignorieren. Wie dieser selbst auch, denn er bat den Stammapostel mit Brief vom 1. März 1946 über Apostel Ernst Güttinger um Zustimmung zu einer Nachfolgeregelung in der Leitung der Niederlande. Der Bezirksälteste Lambertus Slok wurde von van Oosbree testamentarisch zum Nachfolger ernannt. Am 18. März 1946 antwortete Güttinger auf den Brief, dass sich eine Nachfolgefrage gar nicht stelle, da bereits 1939 Apostel Jochems als Nachfolger eingesetzt worden wäre. Zwei Tage später starb der schwerkranke van Oosbree. Am 24. März 1946 erfolgte eine Bezirksvorsteherversammlung wo Slok forderte, das Testament van Oosbrees zu öffnen, was jedoch von der Mehrheit der Anwesenden abgelehnt wurde, die das Testament ungeöffnet nach Frankfurt schicken wollte. Knapp einen Monat später fand in Hilversum erneut eine Ämterversammlung statt, auf der Bischof Schurink die Briefe van Oosbrees, Güttingers und das geistliche Testament von 1944 sowie das notarielle Testament verlesen liess. Lambertus Slok wurde daraufhin von den Anwesenden – gegen den Willen der deutschen Hauptleitung - zum neuen Apostel der HAZEA ausgerufen. Dadurch war eine Spaltung besiegelt, die dazu führte, dass die NAK die Gebäude behielt, aber über kaum noch Mitglieder verfügte; während die HAZEA von Slok fast alle Mitglieder zu sich zog, aber ohne Gebäude da stand. Von den ca. 25.000 Mitgliedern 1947 verblieben lediglich etwa 6.000 bei der NAK, etwa 19.000 wechselten zur HAG.

Slok führte die Lehre van Oosbrees konsequent weiter und 1949 bezeichnet er den klassischen Wiederkunftsglauben als Irrtum. Am 21. August 1950 verknüpfte er das Gottesbild mit dem Apostelamt: „Aber nirgends finde Sie ihn so schön, so groß und so milde also dort, wo wir ihn kennen gelernt haben in seiner Höchsten Geistesoffenbarung: Apostel. … O Gott, wie danke ich ihnen, dass ich sie als Apostel kennen lernen durfte.“ Ab da wurde der Apostel nicht mehr nur „Mund Gottes“ oder „Mann Gottes“ genannt, sondern als Christus bezeichnet. Wie in den oben schon dargestellten ostdeutschen Gemeinschaften wird zwischen Jesus von Nazareth und Christus unterschieden. Die Funktion des Gesalbten wurde auf Slok übertragen. Auch wurde das Kirchenemblem vom Kreuz, Sonne und Wellen hin zu einem Globus wo eine ältere Hand eine Fackel an eine jüngere Hand weitergibt verändert. Es bedeutet, dass die Christusgesinnung immer weiter gegeben werden muss und das Feuer der Fackel gilt als Symbol für die Liebe, mit der sich Menschen gegenseitig segnen.

Apostel Slok brach mit dem dualistischen Gottesbegriff, nach dem Gott vom Menschen und der Schöpfung getrennt ist. Das Leid der Welt wird nicht durch den Teufel oder einen allmächtigen Gott verursacht, sondern durch den Menschen selbst. Dadurch wird das Bewusstsein gestärkt, dass der Mensch selbst verantwortlich ist, die universellen Werte wie Barmherzigkeit, Vergebung und Uneigennützigkeit am Leben zu halten.

Die Apostolisch Genootschap stellt sich deshalb heute nicht mehr als christliche Gemeinschaft dar, sondern vielmehr als humanistische Vereinigung. Zwar kennt man noch Rituale wie die Taufe, die aber nicht als Bund mit Gott, sondern als Symbol für die Verbindung des Kindeslebens mit dem universellen Schöpfungsprozess verstanden wird. Auch eine Konfirmation wird gefeiert, die allerdings keine eigenverantwortliche Übernahme des Taufgelübdes darstellt, sondern als Bestätigung für den Willen des Nachstrebens der gemeinschaftlichen Ideale verstanden: in Liebe an einer menschlichen Welt zu arbeiten. Die Konfirmanden befestigen den Willen in Harmonie mit dem allumfassenden Schöpfungsprozess zu leben und in der apostolischen Kultur zusammen zu leben.

Der Gottesdienst am Sonntagmorgen kennt zwei Gebete, das erste findet vor dem „Rundgang“ als Bittgebet und das zweite als Danksagung für den Gottesdienst am Ende der Versammlungen statt. Das Abendmahl wurde umbenannt in „Rundgang“ und steht all denen offen, die Teil der Gemeinschaft sein wollen und aus Liebe einen persönlichen Beschluss mit sich selbst fassen. Bei der Reichung der Hostie sagt der Austeilende: „Deine Seelenanbietung ist angenommen worden und wird hiermit befestigt.“

1984 starb Lambertus Slok und D. Riemers übernahm die Leitung als Apostel für die aktuell 87 Gemeinden in neun Bezirken. Ihm steht mit F.H.J. le Fèvre ein Bischof helfend zur Seite. Außerhalb der Niederlande gibt es noch Gemeinden in Johannesburg, Perth (West Australien), Powell River (Kanada), San Francisco (USA) und Zürich. Sie sind alle sehr klein, lediglich Perth hat über 120 Mitglieder.

Die Gemeinschaft gibt zwei Zeitschriften „De Stroom“ und „Hier en Nu“ heraus und unterhält eine Homepage unter www.apgen.nl. Die Gemeinschaft ist als Stiftung organisiert und hat ihre Hauptverwaltung in Baarn. Sie betreibt dort außerdem ein „Informations- und Vertiefungszentrum“ namens „Berg und Tal“.

Es ist bei der Darstellung der drei Gemeinschaften sicherlich deutlich geworden, dass sich diese sehr von den katholisch-apostolischen Wurzeln entfernt haben und geistlich wenig mit den anderen (neu-)apostolischen Gruppen und christlichen Kirchen gemeinsam haben. Insbesondere die Überhöhung des Apostels als „Christus im Fleisch“ in allen drei Gemeinschaften und die fehlende Wiederkunftserwartung sind direkte Ausprägungen des „Neuen Lichts“ und muten verwunderlich an. Einzig das „Apostelamt Jesu Christi“ hat zu biblischeren Lehren zurück gefunden. Die Vorstellung, dass das „lebendige Wort vom Altar“ kommt und das „das lebende Apostelwort“ besondere Bedeutung hätte, gehen auch auf diese Überhöhung des Apostel- ins „Christusamt“ zurück und die Auswirkungen des „neuen Lichts“ zurück.

Volker Wissen

Quellenangaben:
Apostelamt Juda: Wahrheitskunde, Juli 2010
Apostelamt Juda: Wahrheitskunde, Juni 2009
Apostelamt Juda: Wahrheitskunde, Mai 2006
Diersmann, Edwin: Die Kirchenspaltung in der „Hersteld Apostolische Gemeente in de Eenheid der Apostelen...“ in „Beiträge zur Geschichte, Lehre und Leben der apostolischen Gemeinschaften Nr. 4, Bielefeld 2010, ISBN 978-3-939291-05-3
Obst, Helmut: Apostel und Propheten der Neuzeit, Berlin 1990 - ISBN 3-372-00193-1
www.apostelamt-juda.de - Homepage des Apostelamtes Juda
www.apostelamt.de - Homepage des Apostelamtes Jesu Christi e.V. und der GdAJC e.V.
www.apgen.nl, Homepage der Het Apostolisch Genootschap
www.kirche-ajc.de, Homepage des Apostelamtes Jesu Christi K.d.ö.R.

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